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Message from the Minister for Foreign Affairs, Heiko Maas, for the Day of German Unity 2019

Bundesaußenminister Heiko Maas

Bundesaußenminister Heiko Maas, © Auswärtiges Amt

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(Für Deutsch siehe unten!)

Message from Heiko Maas, Federal Minister for Foreign Affairs,
for the Day of German Unity on 3 October 2019


„Just a few days ago, I stood on the same balcony on which, precisely 30 years ago, Hans‑Dietrich Genscher informed many hundreds of GDR citizens who had taken refuge in the West German Embassy in Prague that they would be able to leave for the Federal Republic. Shortly before this, Hungary, in what was an exemplary step, had opened its borders with Austria in September of the same year for tens of thousands of people who had fled the GDR, thereby enabling them to travel to West Germany. We also celebrated this together with young people from Germany and Hungary in Berlin a few days ago. Both events were important milestones on the path to German unity, leaving significant cracks in the Berlin Wall, whose days were henceforth numbered. It is therefore to a large extent also thanks to Hungary and the former Czechoslovakia that we Germans have been able to celebrate our unity for the past 29 years.

It was clear on the balcony in Prague and in my conversations with eye‑witnesses, for example during the celebrations marking the 30th anniversary of the opening of the border in Hungary, that the reunification of Germany and Europe was founded on the belief that a united continent offered all people a better future than the clash of the systems. In 1989 and 1990, our international partners were confident that a united Germany would, together with its neighbours, give rise to a peaceful and free Europe in a spirit of solidarity.

We are more convinced than ever that a strong and united Europe is the best response to the pressing issues of our times. Such a Europe is the best guarantor of peace and prosperity also for Germany. It is therefore all the more important that we, despite the differences we may have, continue our close dialogue with our partners in Eastern Europe. Reinforcing our community is what will take us forward, not emphasising our differences. We want to underscore this especially during our Presidency of the EU Council in 2020 – the 30th anniversary of German unification.

The events in East Germany in the autumn of 1989 also demonstrate the power that people have when they take to the streets in peaceful protest and stand up for their democratic rights. Examples come to mind from all around the world in which we can observe something similar today. This shows how important it is for us to stand up for democratic values, the protection of human rights and a rules‑based international order, not least against the backdrop of our own experience. We are assuming responsibility for this at the global level together with our partners.“


Grußwort des Bundesministers des Auswärtigen, Heiko Maas zum Tag der Deutschen Einheit 2019

„Vor wenigen Tagen habe ich auf demselben Balkon gestanden, auf dem genau 30 Jahre zuvor Hans-Dietrich Genscher vielen hundert in die westdeutsche Botschaft Prag geflohenen DDR-Bürgerinnen und -Bürgern mitteilte, dass sie in die Bundesrepublik ausreisen können. Kurz zuvor hatte in jenem September Ungarn in einer beispielhaften Aktion seine Grenzen zu Österreich für zehntausende geflüchtete Menschen aus der DDR geöffnet und ihnen so die Reise nach Westdeutschland ermöglicht. Auch dies haben wir vor einigen Tagen gemeinsam mit jungen Menschen aus Deutschland und Ungarn in Berlin gefeiert. Beide Ereignisse waren wichtige Meilensteine auf dem Weg zur Deutschen Einheit; führten sie doch zu deutlichen Rissen in der Berliner Mauer, die dann nicht mehr lang stehen sollte. Es ist also ganz besonders auch Ungarn und der damaligen Tschechoslowakei zu verdanken, dass wir Deutsche nun schon seit 29 Jahren unsere Einheit feiern dürfen.

Auf dem Balkon in Prag und in meinen Gesprächen mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen wie in den Feierlichkeiten zum 30. Jahrestag der Grenzöffnung in Ungarn wurde deutlich: Das Zusammenwachsen Deutschlands und Europas gründete auf einer Zuversicht, dass ein vereinter Kontinent allen Menschen eine bessere Zukunft bietet als der Kampf der Systeme. Unsere internationalen Partner hatten 1989/1990 das Vertrauen, dass ein vereinigtes Deutschland gemeinsam mit seinen Nachbarn ein friedliches, freies, solidarisches Europa schaffen wird.

Mehr denn je sind wir davon überzeugt, dass ein starkes, geeintes Europa die beste Antwort auf die drängenden Fragen unserer Zeit ist. Ein solches Europa ist auch für Deutschland der beste Garant für Frieden und Wohlstand. Umso bedeutsamer ist es, dass wir trotz mancher Differenzen auch den engen Dialog mit unseren Partnern im Osten Europas fortsetzen. Denn es ist nicht die Abgrenzung voneinander, sondern ein Mehr an Gemeinschaft, das uns voranbringt. Dies wollen wir insbesondere im Rahmen unserer EU-Ratspräsidentschaft 2020 – dem 30. Jahr der Deutschen Einheit – unterstreichen.

Was im Herbst 1989 im Osten Deutschlands passierte, verdeutlicht auch, welche Kraft von Menschen ausgeht, die friedlich auf die Straße gehen und für ihre demokratischen Rechte eintreten. Mir fallen Beispiele aus aller Welt ein, in denen man Ähnliches auch heute beobachten kann. Das zeigt, wie wichtig es ist, dass wir uns auch vor dem Hintergrund unserer eigenen Erfahrungen für demokratische Werte, die Wahrung der Menschenrechte und eine regelbasierte internationale Ordnung einsetzen. Hierfür übernehmen wir gemeinsam mit unseren Partnern Verantwortung im globalen Rahmen.“

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