Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Deutschland und Kosovo: Bilaterale Beziehungen

19.04.2020 - Artikel

Deutschland zählt zu den ersten Ländern, die die Republik Kosovo nach der Unabhängigkeitserklärung 2008 völkerrechtlich anerkannt und diplomatische Beziehungen aufgenommen haben. Bei Regierung und Bevölkerung ist zudem unvergessen, dass Deutschland vor und während des Konflikts 1998/1999 hunderttausende Flüchtlinge aus Kosovo aufgenommen und sich seit 1999 zunächst mit Nothilfemaßnahmen und wenig später auch mit der Aufnahme von Entwicklungszusammenarbeit am Wiederaufbau beteiligt hat.

Deutschland gilt als einer der engsten Partner Kosovos und unterstützt das Land aktiv in seinem Bestreben nach Integration in die euro-atlantischen Strukturen. Regelmäßige Besuche von Mitgliedern der Bundesregierung und des Deutschen Bundestages unterstreichen die Bedeutung, die Deutschland der Entwicklung des Landes auch als Faktor für die Stabilität der gesamten Region beimisst.

Die im Rahmen der internationalen Missionen eingesetzten deutschen Soldaten (KFOR), Polizisten, Richter, Staatsanwälte und zivilen Experten (VN-Mission UNMIK und EU Rechtsstaatlichkeitsmission in Kosovo EULEX) haben durch ihre Professionalität und Objektivität dazu beigetragen, die guten Beziehungen zu stärken.

Deutschland gehört zu Kosovos wichtigsten Handelspartnern und ist zudem einer der größten bilateralen Geber im Bereich der wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Seit 1999 hat Deutschland über 600 Millionen Euro für Nothilfemaßnahmen, humanitäre Hilfe und Projekte der technischen und finanziellen Zusammenarbeit bereitgestellt.  Inhaltliche Schwerpunkte sind öffentliche Verwaltung und Demokratisierung, Energie und nachhaltige Wirtschaftsentwicklung.

Das Interesse an der deutschen Sprache ist aufgrund sehr hoch und übersteigt das Angebot bei weitem. Neben Englisch ist Deutsch die am häufigsten gesprochene Fremdsprache.

Seit 2018 gibt es ein Goethe Zentrum im Pristina. Daneben übernimmt die Botschaft Pristina einen erheblichen Teil der Kulturarbeit wie Stipendien- und Fortbildungsprogramme, Konzerte und Ausstellungen. Deutsche Kultur stößt stets auf große Resonanz. Dies zeigt sich beispielsweise bei den jährlichen „Tagen der Deutschen Sprache“. Am 14. Juni 2013 ist ein Kulturabkommen in Kraft getreten, das dem regen Kulturaustausch zwischen beiden Ländern eine völkerrechtliche Grundlage gibt.

Weitere Informationen

nach oben