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Kosovo: Beziehungen zu Deutschland

30.04.2019 - Artikel


Politische Beziehungen

Die bilateralen Beziehungen sind vielfältig und gut. Deutschland zählt zu den ersten Ländern, die die Republik Kosovo nach der Unabhängigkeitserklärung im Februar 2008 völkerrechtlich anerkannt und diplomatische Beziehungen aufgenommen haben. Bei Regierung und Bevölkerung ist zudem unvergessen, dass Deutschland vor und während der kriegerischen Auseinandersetzungen der Jahre 1998/1999 hunderttausende Flüchtlinge aus Kosovo aufgenommen und sich seit 1999 zunächst mit Nothilfemaßnahmen und wenig später auch mit der Aufnahme von Entwicklungszusammenarbeit am Wiederaufbau des Landes beteiligt hat.

Die im Rahmen der internationalen Missionen eingesetzten deutschen Soldaten (KFOR), Polizisten, Richter, Staatsanwälte und zivilen Experten (UNMIK und seit Ende 2008 EULEX) haben durch ihre Professionalität und Objektivität dazu beigetragen, das positive Deutschlandbild weiter zu stärken.

Deutschland gilt als einer der privilegierten Partner Kosovos, der das Land in seinem Bestreben nach Integration in die euro-atlantischen Strukturen nachhaltig unterstützt. Regelmäßige Besuche von Mitgliedern der Bundesregierung und des Deutschen Bundestages in Pristina unterstreichen die Bedeutung, die Deutschland der Entwicklung des Landes auch als Faktor für die Stabilität der gesamten Region beimisst.

Wirtschaftsbeziehungen, Entwicklungszusammenarbeit

Deutschland hat nach kosovarischen Angaben in 2018 – bedingt durch Kosovos Zölle gegen serbische Produkte -  Serbien als wichtigster Handelspartner abgelöst.  In umgekehrter Richtung belegte Kosovo 2018 laut Statistischem Bundesamt Platz 112 im Außenhandel der Bundesrepublik Deutschland. Im Jahr 2018 betrug  die Ausfuhr von Deutschland nach Kosovo laut Bundesamt 235 Mio. Euro; die Einfuhr aus Kosovo nach Deutschland betrug im gleichen Zeitraum 26 Mio. Euro. Die Zahlen der kosovarischen Behörden für 2018 weichen allerdings  bei deutschen Exporten stark davon ab (dort deutsche Ausfuhr nach Kosovo: 393 Mio. Euro; Einfuhr aus Kosovo: 25 Mio. Euro).

Deutschland ist einer der größten bilateralen Geber im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit. Seit 1999 hat Deutschland ca. 600 Mio. Euro für Nothilfemaßnahmen, humanitäre Hilfe und Projekte der technischen und finanziellen Zusammenarbeit bereitgestellt. Im Jahr 2018 wurden neue Mittel in Höhe von knapp 56 Mio. Euro zugesagt (davon 32,1 Mio. Euro in der finanziellen Zusammenarbeit und 23,7 Mio. in der technischen Zusammenarbeit).

Inhaltlich konzentriert sich die entwicklungspolitische Zusammenarbeit auf die Bereiche

  • Öffentliche Verwaltung, Demokratisierung, Zivilgesellschaft,
  • Energie
  • und nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und Beschäftigungsförderung.

Darüber hinaus wurden 2018 wieder zahlreiche Projekte zur Förderung von Demokratie, Menschen- und Minderheitenrechten, friedlicher Konfliktbewältigung und Rechtsstaatlichkeit aus Mitteln des Stabilitätspakts für Südosteuropa mit insgesamt 2,147 Mio. Euro gefördert.

Kultureller Austausch

Das Goethe Institut unterhält in Kosovo keine Repräsentanz. Seit 2017 wird Kosovo durch das Goethe Institut Skopje bertreut (zuvor aus Belgrad sowie Thessaloniki). Das im Jahr 2013 eröffnete Sprachlernzentrum (Partner des Goethe Instituts) in Pristina wurde aufgrund der stetig steigenden Nachfrage an Sprachkursen und dem großem Interesse an deutscher Kultur im Februar 2018 in ein Goethe Zentrum umgewandelt. Daneben übernimmt die Botschaft Pristina einen erheblichen Teil der Kulturarbeit. Neben Stipendien- und Fortbildungsprogrammen schließt dies auch Veranstaltungen wie Konzerte und Ausstellungen ein. Deutsche Kultur stößt stets auf große Resonanz. Dies zeigt sich beispielsweise bei den jährlich durchgeführten „Tagen der Deutschen Sprache“ sowie anderen kulturellen Veranstaltungen der Botschaft. Auch Initiativen aus der Bevölkerung widmen sich zunehmend der deutschen Kultur und der deutschen Sprache. Am 14. Juni 2013 ist ein deutsch-kosovarisches Kulturabkommen in Kraft getreten, das dem regen Kulturaustausch zwischen beiden Ländern eine völkerrechtliche Grundlage gibt.

Das Interesse an der deutschen Sprache ist aufgrund der engen Beziehungen zu Deutschland auf allen Ebenen sehr hoch und übersteigt das Angebot bei weitem. Neben Englisch ist Deutsch die am häufigsten gesprochene Fremdsprache. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) ist mit einer Lektorin an der Universität Pristina vertreten und vergibt Stipendien für ein Studium in Deutschland. Im Rahmen der Partnerschulinitiative (PASCH) werden vier Schulen gefördert: zwei Schulen, die das Deutsche Sprachdiplom (DSD) der Kultusministerkonferenz anbieten, und zwei vom Goethe Institut betreute Fit-Schulen, an denen Deutsch als Fremdsprache ab der ersten Klasse angeboten wird. Das Bildungsministerium bemüht sich in Abstimmung mit der Botschaft, Deutsch weiter im Lehrplan zu verankern. Die Aufnahme von Deutsch als zweiter Fremdsprache in die Curricula soll ausgeweitet werden.

Hinweis: Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen

Kosovo ist ein Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.
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