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Arbeitsaufnahme - was muss ich wissen

Architekt und Polier mit Plan auf der Baustelle

Arbeiten in Deutschland, © colourbox.de

08.08.2018 - Artikel

Arbeitsaufnahme - was muss ich wissen

Änderung zum 01.11.2017

Bislang wurde für die Beantragung eines Visums zur Arbeitsaufnahme nach § 26 Abs. 2 BeschV (sog. Westbalkanregelung) empfohlen, bei der Bundesagentur für Arbeit eine Vorabzustimmung zu beantragen. Dieses Verfahren wird zum 1. November 2017 eingestellt. Die Bundesagentur für Arbeit wird ab diesem Zeitpunkt regulär im Visumverfahren beteiligt. Die bis zum 1. November 2017 erteilten Vorabzustimmungen behalten ihre Gültigkeit, werden aber bei der Terminvergabe nicht mehr bevorzugt behandelt.

Ich habe früher einen Asylantrag in Deutschland gestellt

Das ist unschädlich - Sie müssen jedoch alle Ihre Voraufenthalte in Deutschland im Visumsantrag angeben. Sind Sie aus Deutschland oder einem anderen Schengen-Staat abgeschoben worden, prüfen sie bitte, ob gegen Sie noch eine Einreisesperre in die Schengener Staaten besteht. Die Botschaft kann Ihnen kein Visum zur Arbeitsaufnahme erteilen, wenn Sie zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben sind.

Was bedeutet der § 26 Abs. 2 der Beschäftigungsverordnung?

Diese sogenannte Westbalkanregelung sieht einen erleichterten Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt vor. Alle wichtigen Informationen haben wir für Sie hier zusammengefasst.

Ihr Visum für eine Arbeitsaufnahme nach § 26 Abs. 2 Beschäftigungsverordnung (BeschV) - Kurzfassung

Es ist nicht notwendig, eine Agentur oder ein Reisebüro zu beauftragen, einen Termin für Ihren Visumsantrag anzufragen bzw. Ihren Visumsantrag auszufüllen. Die Botschaft unterhält keine Geschäftsbeziehungen zu einer Agentur oder einem Reisebüro. Terminanfrage, Visumsantrag und die Ausfüllhilfe in albanischer Sprache sind kostenlos, die einzigen Gebühren, die wir erheben, ist die Visumsgebühr über 75 €, die wir ausschließlich am Schalter in der Visastelle erheben. Weitere Gebühren fallen nicht an.

Zu Ihrem Termin erscheinen Sie bitte persönlich und pünktlich. Bitte beachten Sie, dass Ihr Antrag mit unvollständigen Unterlagen zu einer erheblichen Verlängerung der Bearbeitungszeit oder gar zur Ablehnung führen kann. Helfen Sie uns dabei, das zu vermeiden, und bringen Sie bitte die folgenden Unterlagen mit:

  • Gültiger Reisepass und zwei Kopien. Der Reisepass muss mindestens zwei freie Seiten haben und noch mindestens 9 Monate gültig sein.
  • 2 vollständig ausgefüllte und eigenhändig unterschriebene Antragsformulare für ein nationales Visum. Diese Formulare erhalten Sie auf unseren Internetseiten. Die Anträge müssen auf deutsch oder englisch ausgefüllt werden.
  • 3 aktuelle biometrische Passfotos vor hellem Hintergrund
  • Visumsgebühr in Höhe von 75 € in bar (bitte passend) und gegebenenfalls Auslagen
  • Arbeits- bzw. Ausbildungsvertrag im Original mit zwei Kopien. Der Vertrag muss vom Arbeitnehmer und Arbeitgeber unterschrieben sein.
  • Eine Krankenversicherung (incoming), die 6 Monate innerhalb eines Jahres gültig ist. Sie muss auch gelten, wenn Sie Ihren Wohnsitz vom Kosovo ins Ausland verlegen.

Bitte fügen Sie jedem Dokument Ihres Visumsantrags eine Übersetzung ins Deutsche bei.

Im Visumsverfahren festgestellte Falschangaben zu Voraufenthalten in Deutschland führen in der Regel zur Ablehnung des Antrags.

Die lange Version

Staatsangehörige des Westbalkans, dazu gehört auch Kosovo, werden nur in äußerst seltenen Fällen in Deutschland als schutzberechtigt anerkannt, weil sie aus sicheren Herkunftsstaaten kommen. Wer nach Deutschland einreist und dort bleibt, bis sein oder ihr Asylantrag abgelehnt wird, muss mit einer mehrjährigen Einreisesperre für Deutschland und die anderen Schengener Staaten rechnen.

Seit dem 01.01.2016 gilt für Staatsangehörige des Westbalkans ein erleichterter Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. Voraussetzung ist ein Visumsantrag im Heimatstaat - es ist nicht möglich, diese Art der Beschäftigung in Deutschland zu beantragen.

Es gibt jedoch wichtige Einschränkungen, wenn Sie sich in den letzten 24 Monaten vor Ihrem Visumsantrag in Deutschland geduldet oder als Asylbewerber aufgehalten und Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz bezogen haben.

In diesem Fall müssen Sie alle folgenden Voraussetzungen erfüllen:

  • Sie haben Ihren Asylantrag nach dem 01.01.2015 und vor dem 24.10.2015 gestellt.
  • Sie waren am 24.10.2015 in Deutschland.
  • Sie sind vor dem 31.12.2015 freiwillig aus Deutschland ausgereist. Sind Sie nach dem 31.12.2015 und vor dem 04.05.2016 freiwillig aus Deutschland ausgereist, kann unter Umständen noch von einer unverzüglichen Ausreise ausgegangen werden.

Sind Sie erst nach dem 04.05.2016 freiwillig aus Deutschland ausgereist, kann im Regelfall nicht mehr von einer unverzüglichen Ausreise ausgegangen werden - es ist möglich, dass Ihr Visumsantrag in diesem Fall abgelehnt werden muss.

Das Verfahren im Einzelnen

Für die Einreise nach Deutschland benötigen Sie ein verbindliches Arbeitsplatzangebot eines Arbeitgebers in Deutschland und ein nationales Visum. Für die freie Stelle darf kein bevorrechtigter Bewerber zur Verfügung stehen. Bevorrechtigte Bewerber sind zum Beispiel arbeitssuchende Deutsche oder EU-Bürger. Der Verdienst und die Beschäftigungsbedingungen dürfen darüber hinaus nicht schlechter sein als bei einem vergleichbaren Arbeitgeber in Deutschland.

Sollten Sie eine geeignete Beschäftigung gefunden haben, bitten Sie den Arbeitgeber um ein verbindliches Angebot bzw. um einen konkreten Arbeitsvertrag. Der Arbeitsvertrag muss vollständige Angaben enthalten über den Arbeitgeber und Arbeitnehmer, mit vollständiger Adresse und Kontaktdaten

  1. den Inhalt des Arbeitsvertrags
  2. das Bruttogehalt
  3. die Arbeitszeit
  4. die Urlaubstage
  5. Sonderleistungen

Es empfiehlt sich, mindestens drei identische Exemplare des Arbeitsvertrags bzw. Arbeitsplatzangebots zu erstellen, alle vom Arbeitgeber unterschrieben.

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